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Harninkontinenz

Gezielte Behandlungswege, um Urinverlust zu reduzieren, die Kontrolle zu verbessern und im Alltag wieder Sicherheit zu gewinnen.

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Harninkontinenz

Gezielte Behandlungswege, um Urinverlust zu reduzieren, die Kontrolle zu verbessern und im Alltag wieder Sicherheit zu gewinnen.

Harninkontinenz bezeichnet den unwillkürlichen Verlust von Urin infolge einer gestörten Speicher- und Entleerungsfunktion der Harnblase. Sie ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom mit unterschiedlichen Ursachen.

Die Blasenfunktion beruht auf einem Zusammenspiel von Blasenmuskel (Detrusor), Schließmuskel (Sphinkter) und Beckenboden. In der Speicherphase bleibt die Blase entspannt, während Beckenboden und Schließmuskel aktiv sind. In der Entleerungsphase, beim Wasserlassen, passiert genau das Gegenteil: die Blase zieht sich zusammen und der Beckenboden entspannt sich gezielt.

Die häufigsten Formen

  • Belastungsinkontinenz: Urinverlust bei körperlicher Belastung wie Husten, Niesen oder Heben von schweren Lasten. Häufige Ursache ist eine Schwäche des Beckenbodens, zum Beispiel nach Geburten oder Operationen (z. B. an der Prostata).
  • Dranginkontinenz: plötzlich auftretender, starker Harndrang, der sich kaum unterdrücken lässt. Die Blase ist dabei überaktiv und zieht sich zu früh zusammen.
  • Mischinkontinenz: Kombination aus Belastungs- und Dranginkontinenz.
  • Koordinationsstörung zwischen Blase und Beckenboden: die Blase zieht sich zusammen, um sich zu entleeren, gleichzeitig bleibt der Beckenboden angespannt. Medizinisch wird dies als Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination bezeichnet, also eine gestörte Abstimmung zwischen Blase und Schließmuskel.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache und der Form der Inkontinenz. Ziel ist es, die natürliche Blasenfunktion wieder zu verbessern.

Ein zentraler Baustein ist die konservative Therapie. Dazu gehören:

  • Beckenbodentraining: zur Kräftigung und besseren Koordination der Muskulatur.
  • Blasentraining und Verhaltensanpassung: zum Beispiel durch gezielte Toilettenintervalle und angepasstes Trinkverhalten.
  • Biofeedback: hilft, die Aktivität des Beckenbodens besser wahrzunehmen und gezielt zu steuern.
  • Tibialisnerv-Stimulation: über Nervenbahnen kann die Blasenfunktion reguliert werden.
  • Elektrostimulation: über sanfte elektrische Impulse werden gezielt Nerven und Muskeln aktiviert. Das kann helfen, den Beckenboden besser wahrzunehmen, die Muskulatur zu stärken und die Steuerung der Blase zu verbessern.

Die Behandlung ist schmerzarm, schonend und speziell an die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten angepasst.

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